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Meldungen Regensburg

"Warakake (Reisstrohschirme)" von Chayou

Viel über japanischen grünen Tee konnten Besucher des Vortrags von Yoshiko Tamura am 4. April an der Universität Regensburg erfahren. Die zertifizierte Fachberaterin für japanischen Tee leitet das „Project T4G (Tea for Germany)“, dessen Ziel es ist, japanischen Grüntee in Deutschland bekannter zu machen. Zu Beginn stellte Tamura verschiedene Sorten von japanischem Grüntee vor: Gyokuro, bei dem die Blätter vor der Ernte beschattet werden und daher besonders viel Chlorophyll bilden, Kukicha (Stieltee), Hojicha (gerösteter Tee) oder Genmaicha (Tee mit geröstetem Reis), der vergleichsweise günstig ist und daher gerne im Alltag getrunken wird.

Im Zentrum stand aber Sencha. Diese Herstellungsmethode für Grüntee wurde im 18. Jahrhundert entwickelt. Mit Ausnahme des Nordens wird der grüne Tee für Sencha in ganz Japan in verschiedenen Gebieten angebaut. Je nach Teebaumsorte, Bodenbeschaffenheit, Klima etc. unterscheidet sich der Geschmack. Yoshiko Tamura vergleicht Grüntee hier mit Wein, der sich auch je nach Anbaugebiet und Traubensorte unterscheidet. "Die Teebäume brauchen aber immer warme Temperaturen und viel Feuchtigkeit", so Frau Tamura. Europa ist als Anbaugebiet daher eher ungeeignet. Bis zu drei Teeernten pro Jahr sind möglich: der erste Tee (Ichibancha) wird im Frühjahr (April/Mai) gepflückt, der zweite (Nibancha) im Sommer (Juni/Juli und der dritte (Sanbancha) im August. In den beiden traditionellen Teegärten der Familien Takanashi und Matsuo, die Frau Tamura in ihrem Vortrag mit Fotos und Videos vorstellte, werden aber nur zwei Mal pro Jahr die Teeblätter gepflückt, um den Teepflanzen genug Zeit zur Regeneration zu lassen. Bei der Ernte muss genau der richtige Tag getroffen werden, damit die obersten Blätter noch nicht zu weit geöffnet sind, betont Yoshiko Tamura. Zumeist werden Teeblätter heute mit speziellen Maschinen geerntet, teils aber auch noch mit der Hand.

Direkt nach der Ernte wird der Tee kurz gedämpft, um die Fermentation bzw. Oxidation zu unterbinden. Bei chinesischem Grüntee werden die Teeblätter aus dem gleichen Grund nach der Ernte geröstet. "Durch das Dämpfen enthält der japanische Sencha seinen besonderen Geschmack", so Yoshiko Tamura. Im Anschluss werden die Blätter getrocknet und gerollt, so dass sie nach etwa sechs Stunden die typische Nadelform erhalten. In kleinem Rahmen - etwa für Wettbewerbe - wird der Tee auch noch von Hand gerollt. Dieses Verfahren ist jedoch sehr aufwändig und die Mengen gering. Aus zwei Kilo frischen Teeblättern entstehen dabei etwa 400 Gramm getrockneter Tee. "Von Hand gerollter Tee - Temomi - hat immer die beste Qualität", sagt die Tee-Expertin.

Die Besucher des Vortrags durften im Anschluss auch verschiedene Senchasorten wie Asamushi (kurz gedämpft) und Fukamushi (lang gedämpft) verkosten und lernten, wie man japanischen Grüntee richtig aufgießt. Frau Tamura beantwortete im Anschluss an den Vortrag die Fragen der Besucher, von denen jeder zum Abschied ein kleines Teegeschenk erhielt.


Yoshiko Tamura: Zertifizierte Fachberaterin für japanischen Tee und Mitglied von der NPO Nihoncha Instructor Association. Leiterin des „Project T4G (Tea for Germany)“.

 

Sencha-Tee (links), welchen Frau Tamura aus Japan mitgebracht hat.
Sencha-Tee (rechts), welchen sie in Deutschland gekauft hat.

 

 
Die japanische Stadt Kanazawa mit ihrer über 400-jährigen Geschichte war in der Edo-Zeit die viertgrößte Stadt Japans nach Edo (Tokyo), Osaka und Kyoto. Da sie im Zweiten Weltkrieg nicht durch Bomben zerstört wurde, ist die Stadt aufgrund ihrer gut erhaltenen Viertel aus der Edo-Zeit, durch ihr traditionelles Kunsthandwerk sowie den Garten Kenroku-en bekannt. Am Abend kann man in der Altstadt von Kanazawa auch heute noch oftmals schöne Melodien von Shamisen und japanischer Flöte hören.


Diese traditionelle japanische Musik, begleitet von faszinierenden alten Tänzen, können Besucher bei diesem Kammerkonzert erleben. Folgende Künstler treten auf:


- Frau Shushi Tosha (Querflöte): 1963 geboren. Meisterin der Querflöten-Schule Tosha.
- Frau Tamie Chimoto (Shamisen und Hauta, das sind kurze Lieder aus der Edo-Zeit): 1971 geboren. Meisterin der Hauta-Schule Chimoto.
- Herr Kashichiro Hanayagi (Japanischer Tanz): 1967 geboren. Bekannter Tanzmeister der renommierten Hanayagi-Schule. Er ist auch als Tourismus-Botschafter für die Insel Hachijo-jima tätig und ist 2014 und 2015 beim Japanfest in München aufgetreten.

Datum: 28. Juni 2018 (Donnerstag)
Zeit: 19 Uhr
Ort: Mehrgenerationshaus (Ostengasse 29)
Eintritt: DJG-Mitglied 10 Euro, Behinderte 11 Euro, Vollzahler 13 Euro

Wir können wieder einen Kalligraphie-Workshop anbieten!!

Frau Noriko Kumami, die 22 jährige Austauschstudentin aus Universität Kanazawa, hat mit 4 Jahre Alt Kalligraphie angefangen zu lernen. Sie hat weitere 11 Jahre Kalligraphie gemeistert und hat 8 Dan (Grad) von Schüler-Kalligraphie, 1 Kyuu (Grad) bekommen.

Datum: 17. Juni (Sonntag)
Zeit: 13:30 Uhr (ca. 2, 5 Stunden)
Ort: noch unbekannt
Teilnahmegebühr: DJG-Mitglied 12 Euro, Vollzahler 15 Euro (inkl. Materialkosten)
Max. Teilnehmer: 10 Leute
Anmeldung: bis zum 31. Mai bei Frau Takamura-Zorneck (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)
Bei der Anmeldung geben Sie bitte 3 Wünsch-Begriffe an, welche Sie beim Workshop zeichnen möchten (zum Beispiel, "Liebe", "Familie" etc.)

Eine Insel, 88 Tempel, 1200 Kilometer - der Pilgerweg auf der japanischen Insel Shikoku gehört zu den ältesten der Welt. Der Abenteurer und Reisebuch-Autor Thomas Bauer hat sich auf diesen Weg gemacht. Am 18. April las er auf Einladung der DJG Regensburg im Haus der Begegnung aus seinem 2017 erschienenen Buch "Fremdes Japan - Wie ich versuchte, 88 Tempel zu erobern, und mich dabei in Japan verlor". Zwischen den Lesestücken zeigte Thomas Bauer viele Fotos seiner Reise, die er an der Gitarre, Bärbel Meyer am Klavier und bTina Raithel mit verschiedenen Percussions-Instrumenten stimmungsvoll untermalten.
Seit 20 Jahren ist der Autor in der ganzen Welt unterwegs und nutzt dabei auch ungewöhnliche Fortbewegungsmittel. So fuhr er per Rikscha durch Südostasien, umrundete Frankreich mit dem Postrad, erkundete Grönland mit dem Hundeschlitten und paddelte auf der Donau bis zum Schwarzen Meer. "Am liebsten bin ich aber zu Fuß unterwegs, da habe ich am meisten Zeit, mir Dinge anzuschauen und kann mit Menschen in Kontakt kommen", erzählte Thomas Bauer vor über 30 Zuhörern in Regensburg. Auf seiner Pilgerreise lernte er trotz gelegentlicher Sprachbarrieren viele interessante Menschen kennen und tauchte tief in die japanische Kultur und Mentalität ein. So erzählte er von einem Jugendlichen, für den die Pilgerreise nur den Höhepunkt einer sehr viel größeren Tour darstellte - nämlich von Hokkaido nach Shikoku und zurück. Er berichtete, wie er das Missfallen seiner Pensionswirtin erregte, weil er ein Tatami-Zimmer mit Hausschuhen betrat, laut fluchte, als er seinen Fauxpax bemerkte, und sich zu allem Überfluss auch noch geräuschvoll die Nase putzte. Und er war verwundert über ein Brautpaar, dem er bei Kochi an einem Tag bei zwei äußerst unterschiedlichen Zeremonien begegnete - sehr modern und dann ganz traditionell.
Viele Zuhörer, die bereits in Japan gewesen waren, erkannten sich in einigen der treffend geschilderten, oft amüsanten Szenen wieder. Bei anderen weckte Thomas Bauer das Interesse, selbst einmal den Pilgerweg zu gehen. Sein Buch ist jedenfalls eine wunderbare Einstimmung dazu.

 

1976 wurde Herr Thomas Bauer in Stuttgart geboren. Er studierte in Konstanz, war Greenpeace-Mitarbeiter in Paris und Journalist in Sydney. Er arbeitet mittlerweile am Goethe-Institut in München und lebt in Tutzing bei München.

 

Datum: Mittwoch, 6. März 2018
Uhrzeit: 19:00 Uhr
Ort: ESG (Am Peterstor 2, 93047 Regensburg, neben Café Peterstor. Bitte achten Sie darauf, dass ESG umgezogen sind!)


Das ist die Tagesordnung.

Das ist das Protokoll zur Mitgliederversammlung 2017.

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