arrow

Meldungen Regensburg

Japanisch Stammtisch

jeden Donnerstag ab 20 Uhr
im Gravenreuther (Hinter der Grieb 10)

Alle Interessierte sind herzlich eingeladen!
In den Sommerferien findet der Stammtisch auch statt!

Kontakt: Frau Mayumi Takamura-Zorneck
mayumix33(at)aol.com

Die Regionalgruppe des VDS konnte zum Vortrag „Deutsch in Japan“ auch Mitglieder der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Regensburg mit ihrer Vorsitzenden Anemone Bauer begrüßen.
Die Referentin Dr. Ursula Richter hat über zehn Jahre in Japan gelebt und gearbeitet. Als Soziologin hat sie sich während dieser Zeit naturgemäß für die Lebensbedingungen der Menschen dort interessiert.
Zu Beginn ihres Vortrages ging Frau Richter auf die ersten Kontakte zwischen Japan und Europa ein. Entdeckt wurde der Inselstaat eher zufällig von den Portugiesen im Jahre 1543. Nach ersten vorsichtigen Annäherungen und dem vergeblichen Versuch portugiesischer und spanischer Missionare, das Christentum in Japan zu etablieren, schottete sich Japan über zwei Jahrhunderte fast vollständig von der übrigen Welt ab. Nur den Holländern war es erlaubt, von der künstlich errichteten Insel Dejima vor Nagasaki aus mit den Japanern Handel zu treiben und dem Shogun aufzuwarten. So war es nicht verwunderlich, dass Holländisch in dieser Zeit die einzige offiziell geduldete westliche Fremdsprache in Japan war. Offenbar aber haben die Niederländer für Japan nichts Nachhaltiges hinterlassen, sodass sich in der modernen Geschichte Japans Holländisch verloren hat. Deutsche Ärzte und Wissenschaftler, die ab dem 17. Jahrhundert in niederländischen Diensten waren, haben jedoch als Botaniker, Biologen, Ethnologen, Historiker und Naturforscher bedeutende Werke über Japan in ihrer Heimat Deutschland veröffentlicht. Das hat man sich in Japan gemerkt. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass die moderne japanische Medizin auf den Lehren deutscher Ärzte wie Caspar Schamberger, Engelbert Kaempfer oder Philipp Franz von Siebold basiert.
Im Jahre 1853 wurde Japan schließlich zur Öffnung des Landes für den internationalen Handel durch die US Regierung gezwungen, die „Schwarzen Schiffe“ von Commodore Perry ankerten im Hafen von Edo, dem heutigen Tokyo. Der letzte Shogun musste abdanken, und für Japan begann mit Kaiser Mitsuhito eine neue Ära, die Meiji-Zeit. Englisch wurde notwendigerweise neben Holländisch die zweite westliche Fremdsprache in Japan.
1861 wurde der erste preußisch-japanische Freundschafts- und Handelsvertrag geschlossen, Deutschkenntnisse waren gefordert, sodass das Erlernen der deutschen Sprache von der neuen japanischen Regierung quasi „angeordnet“ wurde. 1873 besuchte die erste japanische Regierungsdelegation den preußischen Hof Wilhelm I., und wurde sowohl vom Kaiser empfangen, als auch von Bismarck, dessen Machtpolitik ihren Eindruck bei den Japanern nicht verfehlte. Der preußisch-deutsche Einfluss dominierte daraufhin im japanischen Rechtswesen, beim Aufbau des Militärs, bei der Einrichtung des Bildungssystems, im Aufbau des modernen Medizinwesens, vor allem jedoch bei dem Entwurf der Meji-Verfassung von 1890. Verträge sollten fortan auch ins Deutsche übersetzt werden. Englisch wurde zwar zur bedeutendsten Handelssprache, doch japanische Wissenschaftler lasen deutsche Werke, und Mediziner sprachen bis in die Neuzeit hinein Deutsch; das änderte sich erst in den letzten Jahren, Deutsch ist inzwischen für angehende Ärzte kein Pflichtfach mehr. Die Hinwendung zur englischen Sprache seit Mitte der 1940er Jahre als Folge der Kapitulation Japans am Ende des Zweiten Weltkriegs verstärkte sich zunehmend. Aus dem Deutschen wurden mehr oder weniger nur Begriffe aus der Medizin übernommen. Heutzutage muss jeder japanische Student Englisch lernen, auch Chinesisch ist als Fremdsprache aktuell sehr beliebt. Deutsch als zweite Fremdsprache lernen nach neuesten Zahlen einer Studie der Japanischen Gesellschaft für Germanistik, in Kooperation mit dem Goethe-Institut Tokyo, momentan immerhin noch 220.000 japanische Schüler und Studenten (vor 10 Jahren waren es 350.000). Die meisten geben als Motivation zum Erlernen der deutschen Sprache ihr Interesse an Deutschland als beliebtes Reiseland an.

Zum Abschluss dieser Veranstaltung bedankte sich die Regionalleiterin Marion Mühlbauer (rechts) mit einem Präsent bei Dr. Ursula Richter (Mitte) für die hochinteressanten Ausführungen über den uns Europäern so fremden Lebenskreis Japan. Der Vorsitzenden der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Anemone Bauer (links) dankte sie für den Besuch und verlieh der Hoffnung Ausdruck, dass es weitere gemeinsame Veranstaltungen geben wird.
http://www.vds-regensburg.de/
"Wie japanisch muss ein deutsches Unternehmen werden, um in Japan erfolgreich zu sein-Erfahrungen der Wacker Chemie"

Die Wacker Chemie erwirtschaftet mit weltweit 16.000 Mitarbeitern ca 4,8 Mrd€ Umsatz mit Spezialchemikalien und Hochtechnologie, die jedermann aus dem täglichen Leben kennt.
40% des Umsatzes werden in Asien erzielt, davon ein großer Teil mit exzellenten Margen in Japan. Japan war neben den USA einer der ersten und wichtigen Auslandsmärkte. Deshalb wurde dort bereits 1983 eine eigenständige Tochtergesellschaft gegründet.
Der Vortrag beleuchtet die Erwartungen, Herausforderungen und Hürden beim Eintritt in den bekanntermaßen schwierigen japanischen Markt sowie die Erfahrungen und Erfolge auf dem Weg zu dem heute erfolgreichen Anbieter von Spezialprodukten. Der Referent Dr. Wilhelm Sittenthaler war von 1990 bis 1996 verantwortlich für das Chemiegeschäft vor Ort und bis zu seinem Ausscheiden aus dem Berufsleben Ende 2012 dreizehn Jahre lang Asienvorstand der Wacker Chemie.

Zeit: 27.05.2014, 17:00 ct
Ort: Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg, Seybothstraße 2, 93053 Regensburg, Raum E006
Anfahrt:https://www.oth-regensburg.de/fileadmin/media/header-menue/kontakt/pdf/anfahrt-oth-seyboth-a3-baustelle.pdf

"郷に入れば郷に従え:日本で成功をおさめるには、ドイツ企業も日本風に〜ワッカー・ケミー社(Wacker Chemie)における経験談"

ワッカー・ケミー社(Wacker Chemie) は、世界に16000人の従業員を持ち、日常生活の中で誰もが知るような化学製品と高度先端技術により、年間約48億ユーロの売上げをあげる成功を収めています。 アジアでの売上げは40%にのぼり、その大部分は日本における大きな利益によるものです。日本は北米に並んで重要な、初の海外市場のうちの一つでした。 そのため1983年には現地に独立した子会社が設立されています。 今回の講演では、難しいといわれる日本市場進出の際の見込みやチャレンジ、障害のみならず、特殊な製品を展開し、成功をおさめた企業の経験と実績についても焦点を当ててお話致します。 講演者は1990年から1996年まで現地の化学製品ビジネスの責任者であり、2012年に現役を退くまでの13年間 ワッカー・ケミー社(Wacker Chemie) のアジア統括をつとめていました

In einem spannenden Vortrag gibt Dr. Ursula Richter einen Einblick über die Bedeutung der deutschen Sprache als Fremdsprache in Japan. Die Soziologin Ursula Richter hat zehn Jahre in Japan gelebt und gearbeitet. 日本とドイツ語について。 日本で10年間生活した社会学者Dr. Ursula Richter。彼女が日本における外国語としてのドイツ語というテーマで、興味深い講演をしてくださいます。 Ort: Kolpinghaus Regensburg, Erhardizimmer Zeit: 09.04.2014, 18:30
Mina-san, liebe Mitglieder, liebe Freunde der DJG, am Dienstag, 25. Februar 2014 wird findet ab 19:00 der Monatstreff Februar wieder im Restaurant Ogawa, An der Schergenbreite 1, Regensburg statt. Thema diesmal: „Musō Jikiden Eishin Ryū Iaidō - Traditionelle Schwertkunst der Samurai" Der Dojo-Leiter des Regensburger Iaido-Dojos Peter Güthing wird einen Vortrag über die Samurai und ihre Schwertkunst halten. Neben Bildern werden zur Veranschaulichung japanische Schwerter und eine originale Samurairüstung gezeigt. Es verspricht ein sehr interessanter Vortrag zu werden: wir freuen uns schon Zur Einleitung: Die todesmutige Entschlossenheit der Samurai, die unvergleichliche Schärfe ihrer Schwerter und die Perfektion ihrer Fechtkunst sind berühmt und bieten auch heute noch Stoff für zahlreiche Geschichten und Legenden. Das im Westen weitverbreitete Bild der Samurai sieht diese japanische Kriegerelite als festgefügte Kaste furchtloser, beinahe grausamer Kämpfer in prächtigen Rüstungen, die nach ihrem strengen Ehrenkodex Bushidō lebten, ihren Herren bis in den Tod blind ergeben waren und todessehnsüchtig lieber den Freitod wählten als zurückzuweichen. Neueste Forschungen zeichnen jedoch ein differenzierteres Bild dieser legendären Krieger abseits von Mythos und Verklärung. Das japanische Langschwert Katana war seit jeher nicht nur eine perfekte Waffe, sondern auch Kunstobjekt und verehrter Kultgegenstand. Das Schwert galt als „Seele“ des Samurai, und der perfekte Umgang damit war überlebenswichtig. Die Ursprünge der Schwertkampfkunst in Japan reichen zurück bis in die Heian-Zeit (784-1185), an deren Ende das gekrümmte einschneidige japanische Schwert Nihontō entstand.Nach den grausamen Bürgerkriegen am Ende der Muromachi-Zeit (1333-1573), einer kriegerischen Zeit ständiger Überfälle und Kämpfe, entstand neben der Kampfweise mit dem gezogenen Schwert – Kenjutsu (heute weiterentwickelt zum sportlichen Kendō) – ein neues Schwertkampfsystem – Iaijutsu. Es ermöglichte dem Samurai, mit einem entschlossenen Schnitt bereits im Ziehen seines Schwertes den Kampf für sich zu entscheiden, und legte den Grundstein des heutigen Iaidō. Der Name IAIDŌ setzt sich zusammen aus den Silben I anwesend sein, körperlich wie geistig, AI passen, übereinstimmen, Harmonie und DŌ Weg oder philosophisches Prinzip. Übersetzt bedeutet das so viel wie: „der Weg, in jedem Augenblick voll präsent zu sein“ oder „der Weg, jeder Situation zu entsprechen“. Musō Jikiden Eishin Ryū ist eine sehr alte Schule des Iaidō und geht der Überlieferung nach in direkter Linie auf die Lehren der Schwertkunst der Muromachi-Zeit zurück. Sie ist damit die zweitälteste Kampfkunst Japans, die noch heute praktiziert wird. Musō Jikiden Eishin Ryū ist ein kompromissloser und sehr anspruchsvoller Stil, der sich seine Tradition und Eigenständigkeit durch die Jahrhunderte hindurch bis heute bewahrt hat. Durch die Befriedung Japans und philosophische Einflüsse des Zen-Buddhismus wandelte sich in der Tokugawa-Zeit (1600-1868) die Schwertkunst der Samurai von einer rein kämpferischen Interpretation zu einer charakterlichen Schulung im Sinne eines Lebensweges (Dō). Heutzutage ist Iaidō eine Kunst, die nicht mehr Kampf und Sieg über den Gegner, sondern den Sieg über sich selbst (Masakatsu Agatsu) zum Ziel hat. Das Erlernen der angestrebten Einheit von Körper, Geist und Schwert erfordert nicht nur körperliches, sondern insbesondere geistiges Üben. Völlige Konzentration und mentale Präsenz, Körperbeherrschung, Selbstwahrnehmung, Entschlossenheit, Aufmerksamkeit und nicht zuletzt viel Geduld und Disziplin sind Qualitäten, die der Iaidō-Übende auch in den Alltag übertragen soll. Der Vortrag spannt einen Bogen von der Geschichte der Samurai, ihrem Ehrenkodex Bushidō und ihren Schwertern bis hin zum heutigen Iaidō, als zeitgemäßes Training von Körper und Geist.
USER3